Geschichte

1949-2000

Die Bauserie der Jahre 1949 bis 1952 war teilweise noch vom Wiederaufbau der im Krieg beschädigten Häuser geprägt. Erneut stellten sich schwierige Randbedingungen ein. Durch die "Korea-Krise" 1950/51 kam es zu einer erneuten Materialknappheit mit der eine Teuerungswelle einherging. Die Kostenvoranschläge dieser Bauserie wurden um die zur damaligen Zeit unvorstellbar große Summe von einer halben Million DM überschritten. Nur mit beispielloser Sparsamkeit konnte die Genossenschaft aufrechterhalten werden. So verzichteten in dieser Zeit beispielsweise die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats auf ihre ohnehin kargen Sitzungsgelder.

Kindertagesstätte Moselstraße, fertiggestellt 1952

Im Frühjahr 1953 schied der Mitbegründer und langjährige geschäftsführende Vorstand Albert Ebert aus gesundheitlichen Gründen aus. Eugen Vollmann übernahm die Geschäftsführung ein zweites Mal.

Trotz ausbleibender Kriegsschadensvergütung konnte 1955/56 das Ziel, auch Wohnungen für sozial schwächere zur Verfügung zu stellen mit Unterstützung der Firmen AEG und Südzucker weiter verfolgt werden. Es entstanden 35 neue Wohnungen, die von Werksangehörigen dieser Firmen belegt wurden.

Brigachstr. 15/17, Wiederaufgebaut 1956

Am 06. Januar 1958 verstarb Albert Ebert, der Mitbegründer und zweimalige geschäftsführende Vorsitzende unserer Baugenossenschaft. Im selben Jahr wurden 12 neue Wohnungen fertig gestellt.

Schirmerstraße 16/18, fertiggestellt 1958

1959 waren die zu vor aufgezeigten finanziellen Schwierigkeiten überwunden und die Genossenschaft stand wieder gesund da. Zum 40-jährigen Jubiläum ergab sich folgende Bilanz: 59 Gebäude mit 371 Mietwohnungen, 1 Verwaltungsgebäude, 1 Kindertagheim, 1 Zentralwäscherei, 4 Ladenlokale, 4 gewerbliche Räume, 14 Garagen, sowie 78 Erwerbshäuser mit 95 Wohnungen wurden von unserer Genossenschaft erreichtet.

Anfang der 60er Jahre wurden Baugrundstücke in Münster rar. Die Genossenschaft verlagerte ihre Bautätigkeit auf den Freiberg. 1965/66 entstanden dort 38 neue Wohnungen in der Balthasar-Neumann-Straße. 1967 wurde das bisher größte Einzelbauvorhaben der Genossenschaft, das 60 Wohnungen umfassende Objekt Wallensteinstr. 25 begonnen.

Balthasar-Neumann-Straße 25-35, fertiggestellt 1966

Wallensteinstraße 25, fertiggestellt 1968

In das Jahr 1967 fällt auch die Errichtung der ersten Eigentumswohnungen. Anknüpfend an die Ursprünge der Genossenschaft, mit dem Bau von Erwerbshäusern zur Bildung privaten Eigentums, wurden 1967 insgesamt 24 Wohnungen für Mitglieder der Genossenschaft errichtet. Der damalige Kaufpreis lag bei ca. 1.000,-- DM / Quadratmeter. 1969, im Jahr des 50. Bestehens, wird mit dem Bau des Gebäudes Freibergstraße 34 begonnen. Neben 13 Wohnungen sind dort ein Lebensmittelgeschäft, eine Zahnarztpraxis, eine Kindertagesstätte, sowie die Filiale einer Bank untergebracht.

Standen in den 50er und 60er Jahren zunächst die Beseitigung von Kriegsschäden und dann die Neubautätigkeit im Vordergrund, so begann in den 70ern die Modernisierung des vorhandenen Altbestands an Bedeutung. 1970 wurden in der Moselstraße in die 1938 bis 1941 entstandenen Häuser Bäder eingebaut.

1971 wird das Gebäude Freibergstraße 68 wegen seines schlechten baulichen Zustands abgerissen. Es entstanden auf diesem Grundstück 8 Eigentumswohnungen mit 16 Tiefgaragenstellplätzen, die 1972 an die Erwerber übergeben wurden.
Mit Beginn des Jahres 1972 übernimmt Helmut Walz den Vorstandsvorsitz, nach dem sein Vorgänger im Amt, Fritz Buch, wegen seiner Wahl zum Bürgermeister der Stadt Stuttgart ausgeschieden war.

1974 wird in Stuttgart-Neugereut mit dem Bau von Eigentumswohnungen begonnen. Es entstanden 32 Wohnungen in 3 verschiedenen Grundrissen, die nach ca. 2-jähriger Bauzeit an die Eigentümer übergeben wurden. Es gelingt der Erwerb weiteren Baulands in Neugereut, so dass 1977 mit dem Bau von 28 weiteren Eigentumswohnungen begonnen werden konnte. Diese Wohnungen wurden 1979 an die Käufer übergeben.

Eigentumswohnungen Rohrdommelweg, fertiggestellt 1979

1980 begannen die Vorbereitungen für ein größeres Objekt mit 34 Mietwohnungen in Stuttgart-Neugereut. Die Stadt Stuttgart stellte das erforderliche Grundstück im Wege des Erbbaurechts zur Verfügung und beteiligte sich an den Baukosten. Dafür ließ sie sich auf die Dauer von 30 Jahren das Belegungsrecht an diesen Wohnungen einräumen. Diese Wohnungen wurden nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit im Sommer 1983 den Mietern überlassen.

Seeadlerstraße 2-6, fertiggestellt 1983

Nach langwierigen Verhandlungen gelang im März und Juni 1983 der Erwerb von 3 weiteren Grundstücken in der Elbestraße und in der Austraße. Nach Abriss der dort befindlichen Fabrikations- und Lagerräumen wird Mitte 1984 mit dem Bau von 24 Eigentumswohnungen und 3 Reihenhäusern begonnen. Wegen des Eingeengten Zugangs ergaben sich Schwierigkeiten beim Einrichten der Baustellen, zudem verlief der Verkauf der Wohnungen und Reihenhäuser schleppend, so dass sich das Bauvorhaben bis Oktober 1987 hinzog.

Der Erwerb geeigneter Baugrundstücke gestaltete sich in den nächsten Jahren zusehends schwieriger. Gleichzeitig lag ein ansehentlicher Wohnungsbestand vor, den es zu erhalten und zu verbessern galt. So konzentrierten sich die Bautätigkeiten der folgenden Jahre auf die Modernisierung des genossenschaftlichen Wohnungsbestandes. Der Einbau von Bädern wurde fortgesetzt. 1986 wurde mit dem Einbau fernwärmeversorgter Zentralheizungen begonnen, der 1993 unter Einbeziehung von insgesamt 234 Wohnungen zum Abschluss gebracht.

1991 schied Helmut Walz nach über 20-jähriger Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender aus. Zu seinem Nachfolger wurde Werner Kraus bestellt. Die Modernisierung des Wohnungsbestands wurde fortgesetzt. 1992 und 1993 wurden insgesamt 44 Wohnungen nachträglich mit Balkonen ausgestattet. Ebenfalls 1993 konnte das Grundstück Elbestraße 69 erworben werden. Im Jahr 1998 wurde Herr Michael Rosenberg-Pohl zum Vorstand bestellt. Nach dem Ausscheiden von Herrn Werner Kraus im Jahr 1999 wird Herr Rosenberg-Pohl zum Vorstandsvorsitzenden gewählt.

Die jüngere Geschichte unserer Baugenossenschaft finden Sie detailliert in unseren Geschäftsberichten in der Rubrik 'Wir über uns'.

Hr. Michael Rosenberg-Pohl